Weg: Rundgang Museen / Das Mühlental


Das Mühlental

Das Areal „Mlýnská dolina" (Mühltal) ist der jüngste Bestandteil des Museumsgeländes. Die Dächer der einzelnen Objekte erblickt der Besucher bereits bei seiner Ankunft, sie säumen auch den Weg in das sog. Holzstädtchen. Der Bau des Gebäudekomplexes entsprang der Idee, neben dem alltäglichen Leben der damaligen Bevölkerung auch ihre technischen Fertigkeiten und die Fähigkeit der Nutzung der natürlichen Ressourcen zu dokumentieren. Aus dieser Sicht hatte fließendes Wasser eine einmalige Stellung. Neben seiner Verwendung im Haushalt diente es als Energiequelle für den Antrieb von einfachen oder komplexeren Räderwerken, die einzelne Mechanismen von Maschinen in Bewegung setzten.

Die Anordnung der Walke, der Mühle und des Einblattsägewerks entspricht der Originalanlage von Velké Karlovice, Tal Podťaté, deren Nachbildung die Objekte darstellen. Das historische Ölpresswerk von Brumov ist ein Beispiel für die Nutzung menschlicher Kraft zur Gewinnung von Öl aus Kernen und Samen, das Objekt der Schmiede von Horní Lideč dokumentiert wiederum den Umgang der gewandten Handwerker mit Eisen. Der Stolz des gesamten Mühltals ist die Nachbildung des Hammerwerks von Ostravice, dessen Hammer und Schmiedefeuer vom starken Wasserstrom angetrieben werden. Zum Hammerwerk gehört die Nachbildung der Wagenremise von Ostravice mit der ständigen Ausstellung „Verkehrsmittel in der Region Walachei" und die einfache Behausung eines Waldarbeiters aus Trojanovice. Zum Gesamtkomplex gehört auch ein kleiner gezimmerter Glockenturm aus Dolní Bečva. Ein weiterer Bestandteil der Anlage ist die Zwecknachbildung des so genannten „Lebendigen Hauses", das zu Präsentationen und Bildungsveranstaltungen in authentischer Umgebung genutzt wird.

Das Areal „Mlýnská dolina" (Mühltal) schließt direkt an den Komplex „Valašská dědina" (Walachisches Dorf) an, der die wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen in den Dörfern der Region Walachei dokumentiert. Die darin befindlichen Betriebsbauten bezeugen die Entwicklung der Ausrichtung vom ländlichen Wirtschaftsleben, seine soziale Differenzierung sowie die kontinuierliche Besiedlung der Region ab 17. Jahrhundert bis zur Wende des 19. und 20. Jahrhunderts.

Das Areal „Mlýnská dolina" (Mühltal) soll den Besuchern das Leben der Dorfbewohner näher bringen. An den funktionsfähigen Anlagen wird ihnen gezeigt, wie damals Tuche verfilzt, Getreide gemahlen, Bretter geschnitten, Öl gepresst, rohes Eisen geschmiedet und Eisenwerkzeuge gefertigt wurden.

Die verfügbare Dokumentation, sowie die Auswahl der Objekte weisen auf die einmalige Konzentration von Wasserbauten in Velké Karlovice – Podťaté hin. Auch in den historischen Quellen gibt es Hinweise auf ein außergewöhnliches System der Verarbeitung verfügbarer Naturprodukte – Getreide, Holz, Wolle. Die Anordnung der Gebäude belegt, dass viele Müllerfamilien nebenbei auch Walkmühlen zur Tuchherstellung und Sägemühlen betrieben, auch wenn der Müller für die Arbeit Gehilfen anstellen oder seine erwachsenen Söhne mit einbinden musste.

Das Gebäude des Hammerwerks mit seinen Betriebseinrichtungen weist auf die langjährige Tradition der Eisenerzverarbeitung in den Mährisch-Schlesischen Beskiden und die Verknüpfung des technischen Betriebs mit den sozialen Einrichtungen der Arbeiter hin.

Die Schmiede von Horní Lideč mit Ausstellungsexponaten aus dem Bereich des Schmiede- und Hufschmiedehandwerks zeigt die Vereinung beider Berufe in der Person des dörflichen professionellen Schmiedes, der das Hufschmiedehandwerk mit der Herstellung von Kleinwerkzeugen kombinierte. Zusammen mit dem Ölpresswerk von Brumov-Bylnice steht die Schmiede stellvertretend für technische Objekte, die ausschließlich auf die menschliche Arbeit angewiesen waren.

Bei allen Maschinen und Einrichtungen, ob wasser- oder handangetrieben, muss man neben der technischen Perfektion auch die häufig mehrere Generationen überdauernde durchdachte Konstruktion (das Ölpresswerk z. B. stammt aus dem 17. Jahrhundert!) sowie das außergewöhnliche Feingefühl für den Ausgangsbaustoff Holz bewundern.

Die während der Saison im Areal „Mlýnská dolina" (Mühltal) angebotenen Programme sind sehr eng an die Verarbeitung von Naturmaterialien und vor allem an den Reichtum fließenden Wassers geknüpft. Deshalb können Sie hier Zimmermännern, Schmieden, aber auch Fischern begegnen.

Um den Besuchern das Leben der damaligen Bevölkerung näher zu bringen, wurde im Areal das sog. „Lebendige Haus" im Stil der Volksarchitektur gebaut. Hier werden Bildungsveranstaltungen zum alltäglichen Leben unserer Vorfahren angeboten.

Alle technischen Objekte in „Mlýnská dolina" (Mühltal) sind durchgehend funktionsfähig. Sie wurden am alten Oberwasserkanal gebaut, von dem das Wasser durch Holzrinnen zu den Wasserrädern der einzelnen Objekte geleitet wird. Im Hinblick auf den Oberwasserkanal ist das Mühltal von Mai bis Ende September zugänglich.

Das „Mlýnská dolina" (Mühltal) ist ein Komplex von technischen Bauten. Am alten Oberwasserkanal entstanden seit 1982 folgende Objekte: eine Wassermühle mit Wirtschaftsgebäuden, eine Walkmühle für die Tuchverarbeitung, ein Brettsägewerk, ein Ölpresswerk, eine Schmiede, ein Wasserhammerwerk, eine Wagenremise, eine Waldarbeiterbehausung und ein interaktives Objekt des sog. „Lebenden Hauses". Die einzelnen Bauten sind wegen ihren bemerkenswerten wasser- oder handangetriebenen Mechanismen absolut einmalige Belege für die menschliche Erfindungskraft, den Respekt des Menschen gegenüber Naturmaterialien und seiner Begabung für die Nutzung der Naturgesetze. Immer wieder wird hier das außergewöhnliche, Generationen überdauernde Zusammenleben von Natur und Mensch bewusst.

Die Objekte der Mühle, der Walkmühle, des Sägewerks, des Ölpresswerks, der Schmiede, des Hammerwerks, der Wagenremise, der Waldarbeiterbehausung sowie des kleinen Glockenturms ermöglichen im Ganzen eine besondere Erkenntnis und Verständnis für das Leben und die harte Arbeit unserer Vorfahren.



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