Weg: Rundgang Museen / Das Holzstädtchen


Das Holzstädtchen

Die Anlage „Holzstädtchen" hat den Charakter einer Kleinstadt aus der Zeit des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Atmosphäre der Anlage entsteht durch versetzte Originalbauten und durch Nachbauten alter Gebäude, ausgestattet mit Exponaten, die den Museumsbesuchern die damalige Wohnkultur, die ausgeübten Gewerbearten, amtliche und kirchliche Institutionen oder den Betrieb des Luftkurortes Rožnov näher bringen.

Die älteste Anlage des Walachischen Freilichtmuseums in Rožnov pod Radhoštěm entstand aufgrund einer Initiative der Geschwister Jaroněk und der Mitglieder des Museumsvereins. Ihr Ziel war es, die alten gezimmerten Häuser vom Stadtplatz in Rožnov zu retten, vor allem das Rathausgebäude, sie in den Stadtpark zu versetzen und den Grundstein für ein neues Museum zu legen. Dieses wurde 1925 mit einem prächtigen Volksfest, dem sog. „Walachischen Jahr" eröffnet. Das Fest wurde zwischen dem Rathausgebäude und dem Bills Bürgerhaus, die vom Stadtplatz in Rožnov hierher versetzt wurden, und einigen anderen Bauten ausgetragen. Noch bis Ende des 2. Weltkriegs wurde die Anlage um das Wirtshaus „Vaškova hospoda" (bei Wenzel), die Vogtei von Velké Karlovice und die Kirche der Hl. Anna erweitert. Sie wird praktisch bis heute um weitere Objekte ergänzt – das neue Wirtshaus, Friedhof, Scheunen, Ställe, Kegelbahn, Brennerei, Kreuze, Naturholz-Bienenstöcke....

Die Vogtei von Velké Karlovice stellt das Wohnhaus eines Vogts, des Obrigkeitsvertreters in der Gemeinde, dar. Im Erdgeschoss der Vogtei wird die ländliche Wohnkultur der reichen walachischen Familien präsentiert. Die Ausstellung im ersten Stock zeigt die Änderungen bei der Inneneinrichtung um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts.

Der Nachbau der Brennerei von Lačnov stellt den Besuchern die Technologie der Schnaps-herstellung in der Walachei vor.

In der Kirche der Hl. Anna von Větřkovice, die das Bild der dörflichen Holzkirchen in der Walachei wiedergibt, werden noch heute Messen gelesen. Die Kirche wird von einem symbolischen Friedhof umgeben. Auf dem Friedhofsgelände befindet sich der sog. „Walachische Slavín" (eine Anspielung auf das Kriegsdenkmal und den Friedhof in Bratislava namens „Slavín", bzw. auf das Denkmal auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag, das ebenfalls den Namen Slavín trägt), mit Ehrengrabstätten für Walachische Persönlichkeiten. Hinter der Kirche steht ein Unterstand für Leichenwagen – der sog. Furgon.

Das Bills Bürgerhaus vom Stadtplatz in Rožnov vertritt die städtische Bauform des Spätmittelalters. Die aktuelle Ausstellung im Erdgeschoss zeigt die Wohnung eines Bürgers von Rožnov in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, im ersten Stock befinden sich Exponate zur Unterbringung der Kurgäste im hiesigen Luftkurort.

Das Rathaus von Rožnov zeigt das Bild der amtlichen Institution einer Kleinstadt, mit einem Laden, einer Poststelle und einem großen Verhandlungsraum im ersten Stock.

Die Stimmung der Kleinstadt lebt auch in den Objekten der Wirtshäuser Vaškova hospoda (Bei Wenzel) und Na posledním groši (Am letzten Groschen), die den Besuchern traditionelle, lokale Gerichte bieten.

Im Areal befinden sich auch viele Wirtschaftsgebäude und Kleinbauten, um das Bild der ländlichen Kleinstadt Rožnov pod Radhoštěm möglichst authentisch wiederzugeben.

Im Rahmen der Idee der Geschwister Jaroněk, ein „lebendes Museum" zu errichten, finden im Holzstädtchen fast das ganze Jahr über verschiedene thematische Präsentationen statt, die den Besuchern das Leben unserer Vorfahren vorstellen. Die Programme konzentrieren sich auf die Jahresbräuche (Fasching, Ostern, Weihnachten), auf Arbeits- und Produktionstechnologien („Die Fibel der neun Handwerke", „Große Wäsche", „Zauberfaden", „Handwerkstag und Schmiedetreffen", „Bis der Henkel abbricht", „Hejas Messer" (benannt nach dem Holzschnitzer Josef Heja, 1892 – 1985) usw.) oder auf festliche Ereignisse in der Stadt oder familiäre Feierlichkeiten (Annakirmes, Arbeits-, Fest- und Trauerkleider...). Außerdem wird das Städtchen mehrmals im Jahr zum Schauplatz von Jahrmärkten mit traditionellem Warenangebot.

Dreimal im Jahr beherbergt das Holzstädtchen große Folklore-Festivals mit den Namen Rožnovská valaška, Rožnovské slavnosti und Jánošíkův dukát. In der Saison können die Besucher jedes Wochenende Folkloregruppen aus der nahen Umgebung und auch aus dem Ausland bewundern.


Bürgers Haus Bürgers Haus Gaststätte „Zum letzten Groschen“
Vogtei aus Velké Karlovice
Vogtei aus Velké Karlovice Vogtei aus Velké Karlovice Walachische Gaststätte
Janíks Scheune Janíks Scheune Janíks Scheune Kammeramphitheater
Kammeramphitheater Kirche aus Větřkovice Kirche aus Větřkovice Speicher aus Heřmanice
Rathaus Rathaus Kleine Weberscheunen aus Štramberk Versöhnungskreuz
Bienenstöcke Altan aus Frenštát pod Radhoštěm Altan aus Frenštát pod Radhoštěm
Brunnen  aus Štramberk
Haspelbrunnen  aus Horní Lideč Glockenturm aus Horní Lideč Glockenturm aus Dolní Bečva


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