Weg: Gäste, Besichtigung des Museum / Walachei


Walachei

Etwas über schönes Land, genannt Wallechei, in den Beskieden

Sie heißt Walachei und ihre Bewohner Walachen, wie denn auch anders. Und gerade die Herkunft der Walachen war noch unlängst von Schleier des Geheimnisses umgeben. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stritten Dutzende Forscher aus einigen Ländern insbesondere über die sog. rumänische Herkunft der Walachen. Die einen betonten die Existenz des Fürstentums Walachia in Rumänien, fanden zahlreiche rumänische Wörter im walachischen Dialekt und verfolgten Paralleln in der Walachischen Wirschaftsweise in den Bergen, die anderen argumentierten mit der Geschichte der Besiedlung und Sprache und hielten die Eigenheiten der Kultur der Walachen für slawische Archaismen. Erst in den letzten Dezennien beginnen sich die Meinungen der Forscher anzunähern, dazu trugen jüngst festgestellte Tatsachen bei.

Die ersten Siedler ließen sich in der heutigen Walachei in den Flußtälern nieder. Dies geschah vor allem im 13. und 14. Jahrhundert. Ihr Heim fanden hier Bauern tschechischer Nationalität, also eine von den übrigen Mährern keineswegs unterschiedliche Bevölkerung. Ihre Nationalität und Kultur war für die Formung der Spezifität der neuen Region bestimmend.

Im 16. und 17. Jahrhundert reichte das Land in den Tälern für die Besiedler nicht mehr aus. Sie rodeten daher auch Grundstücke auf den Berghängen und –plateaus und erbauten dort auch Gehöfte, die in der dortigen Sprache Streusiedlungen und ihre Bewohner Streusiedler heißen.

Zur gleichen Zeit stoßen wir zusammen mit den Streusiedlern in den mährischen Bergen an der schlowakischen Grenze auch noch auf andere Menschen. Sie kamen nicht aus fruchtbaren Tälern, sondern waren hierher aus den benachbarten Karpatenbergen, also vor allem aus der Slowakei, aber auch von andersworher, zugewandert. Dabei trieben sie große Herden grobwolliger Schafe mit, die die rauhen Aufenthaltsbedingungen im Gebirge gut vertrugen, überdies erzeugte man aus ihrter Milch einen sehr Schmackhaften Käse, der in den Belegen aus einem Bischofshof des 16. Jahrshunderts als walachischer Parmesankäse bezeichnet wird. Diese neuen Besiedler heißen in den ganzen Karpaten Walachen. Sie vermischten sich sehr bald mit der heimischen tschechischen Bevölkerung, insbesondere mit den Streusiedlern. Ihr Einfluß auf die Lebensweise, die Kultur und Sprache war sehr ausgeprägt. Gerade diese Walachen trugen in entscheidendem Maße zur Eigenart der Volkskultur der ostmährischen Region im Gebirge und im Vorgebirgsland bei, die dann auch nach ihnen den Namen erhielt. Auf ihre in der Fachliteratur als walachische Kolonisation bekannte Wanderung werden wir noch kurz zurückkommen. Wir werden so auch die Mutmaßungen über die rumänische Herkunft der Walachen beantworten. Alles begann tatsächlich auf dem Territorium des heutigen Rumäniens, und zwar bereits zwischen dem 10. bis 13. Jahrhundert. Große Schafherden verschoben sich aus den Weiden in der Niederung damals zusammen mit den Hirten auf die Hänge und Kämme der Süd- und Ostkarpaten. Nach gewisser Zeit begaben sich diese Hirten, die sog. Walachen, auf die Suche nach neuen Weiden weiter nord- und später westwärts längs des Kammes der Karpaten. So gelangten sie innerhalb von dreihundert Jahren über den ukrainischen, polnischen und slowakischen Teil der Karpaten bis nach Ostmähren, wo ihre lange Wanderung endete.

In jeder neuen Region vermischten sie sich mit der heimischen Landbevölkerung und so erfuhr auch die Kultur dieser Hirten – Walachen und Bauern ukrainischer, polnischer und slowakische Herkunft – eine gegenseitige Vermischung und Befruchtung. Damit enstand eine gemeinsame Kultur der Gebirgler in den Karpaten. Gerade auf diesem Weg gelangten in die Volkskultur der ostmährischen Walachei derart viele nicht nur slowakische, sondern auch polnische, ukrainische und sogar auch rumänische Elemente. Begreiflicherweise behaupten sie sich am meisten in der Sennhüttenwirtschaft, wir können sie aber auch im Dialekt, in den Namen von Bergen und Gebirgstrassen, in der Folklore und anderswo nachweisen.



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